LagrantigFoto

Bei „Lagrantig“ handelt es sich um eine Wortschöpfung, die sich aus der ersten Silbe meines Nachnamens und dem mir attestierten primären Gemütszustand zusammensetzt.

Dahinter stehe ich – Anna Maria Laganda, 29 Jahre alt (nein, nicht „bald 30“, auch sonst nichts mit 30, denn die meisten behandeln dies so, als wäre es eine mords Leistung, 30 zu werden. Come on – was hat man denn schon dafür getan, ausser sich NICHT umgebracht zu haben? Eben. Nichts. Es wird auch dann nichts anders sein, ausser man kauft sich eine Topfpflanze, zieht sich gleichfarbige Socken an und zahlt die Handyrechnung schon nach der ersten Mahnung, weil man sich einbildet, jetzt auch mal erwachsen werden zu müssen) und lebe voller Überzeugung in Wien.

„Voller Überzeugung“ deshalb, weil ich achtzehn Jahre meines Lebens in Oberösterreich im Bezirk Vöcklabruck aufgewachsen bin, zu welchem neben einer Stadt ein Arschvoll Hektar mit Feldern und Gemeinden gehört; in einer davon, in Schörfling am Attersee, habe ich gelebt. Und weil ich mich konstant vor allerlei Leuten dafür rechtfertigen muss, wieso es mein Lebensplan nicht vorsieht, irgendwann wieder dorthin zurückzukehren, erkläre ich lieber, anstatt mich wieder in Schimpftiraden auf selbige Leute zu ergehen, was ich an Wien mag; ein durchschnittlich intelligenter Mensch kann es sich dann selbst zusammenreimen.

Ich schätze die Anonymität und die Möglichkeit des Abtauchens in Massen von Menschen; dass man mit der Pyjamahose zum Billa gehen kann, weil man dich dort mit großer Wahrscheinlichkeit in anderen Klamotten eh nicht wiedererkennt und dir auf dem Weg hin und retour eh nur Leute begegnen, die man nie wieder sieht. Die günstige Verkehrsanbindung und die mannigfaltigen Möglichkeiten der Freizeit- und Abendgestaltung schätze ich auch.

Zwei bis drei Tage Oberösterreich lassen sich dank meiner Familie und meinen Freundinnen, die dort beheimatet sind, aber auch ganz gut aushalten (speziell erwähnt seien hier noch die im Sommer kühlenden Wogen des Attersees und die im Herbst wärmenden Promille des Glühweins am Schörflinger Kirtag).

Der nächste wichtige biographische Punkt betrifft mehr oder minder schon den Inhalt meiner Geschichten: nachdem ich 2013 das Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaften ohne nennenswerte Auszeichnungen bestanden habe, ging meine berufliche Orientierung relativ gleich wieder in Richtung des Buchhandels. Neben dem Studium habe ich bereits fünf Jahre lang als Samstagskraft in einer Buchhandlung gearbeitet und Freude an diesem Beruf gefunden.

2014 war ich dann schlussendlich an meinem beruflichen Ziel angelangt, aber der Weg dahin, nämlich von Beginn meines Studiums im Jahre 2006 bis zu seinem Ende im Jahre 2014 war ein nebenberuflich doch eher steiniger; unter anderem habe ich in einem Handygeschäft geschrubbt, in einem zwei- Tage- Marathon im Alleingang eine Baustelle geputzt, für einen Sachbuchverlag gearbeitet, in einem Hotel im Service geschuftet, in einer Metalbar gekellnert und bin schlussendlich wieder in „meiner“ Firma gelandet, nachdem meine Samstagsjobfiliale im Jahre 2012 ihre Pforten geschlossen hat.

Aus meinem regen Berufsalltag stammen auch meine Anekdoten – hauptsächlich werden hier Sperenzchen aus dem Hotel, der Bar und der Buchhandlung zu finden sein, denn dort wimmelt es von schrägen Vögeln, und da ich selbige offenbar irgendwie anziehe, habe ich immer etwas zu erzählen. Wie zum Beispiel die Geschichte vom nackten Asiaten, oder von der Pensionistengruppe, die im Aufzug steckengeblieben ist und das Hotel verklagen wollte, oder die Geschichte von dem Typen, der mal mein Auto seitwärts einparken musste, oder die Geschichte vom blutigen skandinavischen Krimileser oder die Geschichte von meinem Vater, wie er sich einen Zahn abgebrochen hat, weil er die Isolation von einem Kabel beissen wollte, oder, oder, oder …

Aber allzu viel soll hier noch nicht vorweggenommen werden 🙂

„Privatliterarisch“ mag ich es eher witzlos : abgründige Psychothriller mit viel Blut und Verrückten sind, neben österreichischen Krimis und dem Gesamtwerk von Stephen King, meine bevorzugte Lektüre (und ja, ich literarischer Antichrist lese kaum etwas auf der Originalsprache! Bitte einmal die Hand entsetzt vor den Mund schlagen!)

Favoriten: Jürgen Benvenuti, Lars Kepler, Christoffer Carlsson, Erik Axl Sund, Andreas Gruber, Ursula Poznanski; abseits dieses Sektors: Charles Bukowski, Günther Wallraff, Wolfgang Herrndorf, Johann Nestroy, Leo Perutz.

Zu eigenem Schaffen inspiriert haben mich allerdings vergleichsweise unblutige Autoren, allen voran Günter Brödl („Blutrausch“, „Platzangst“, „Hitzschlag“, „Kopfschuss“, „Peepshow“, „Schneeblind“, wers kennt), Lilian Faschinger und Christine Nöstlinger. Wohl einfach deshalb, weil ich die Bücher jener Autoren vor lauter Liebe und Anerkennung streckenweise gelesen habe, bis ich sie auswendig konnte und sich manches nach und nach in meinem eigenen Stil manifestiert hat.

Die Musik taugt mir laut und metallisch, die Haut bunt und durchlöchert, das Red Bull kalt (das Bier auch), die Tschik angezunden, das Essen nichtvegan und nichtvegetarisch, die Freunde loyal, die Meinung laut, das Wetter kühl, die Politik links, die Schreibhand rechts, die Comics politisch unkorrekt, der Humor schwarz und die Kundschaft zielgerichtet (und es wird noch erläutert werden, WIE UNFASSBAR WICHTIG ES IST, DASS MAN WEISS, WAS MAN WILL, WENN MAN EINEN VERKÄUFER ANSPRICHT. Hust)

Was mir nicht taugt: Duckmäuser, Sich-mit-dem-Wind-Dreher, Ewiggestrige, Rosinen-aus-dem-Kuchen-Picker, „Sie haben da letzte Woche ein blaues Buch liegen gehabt, ich weiss nicht wies heisst oder von wems ist aber ich brauch das jetzt“-Forderer, Naiv-an-das-Gute-im-Menschen-Glauber, Rechte, der Kopp- Verlag, Verschwörungstheoretiker, Unreflektiert-Schwachsinn-Weitergeber, unzensuriert.at- Zitierer, köpfetätschelnde-Verständnis-und-Liebe-Verbreiter und Rechtschreibungsverweigerer.

 

Recht viel mehr gibt’s nicht zu erzählen; wenn noch Fragen offen sind, erhaltet ihr die Antworten vermutlich irgendwo innerhalb der Texte.

 

Viel Freude mit meinem Blog!

 

LaGrantig

 

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